Mai
23
2012
0

Buch erschienen: Social Media in Organisationen

Nun ist sie endlich erschienen, meine Dissertation zum Thema “Social Media in Organisationen”.

Worum geht es? Ich betrachte Social Media Plattformen, die mittlerweile in verstärktem Maße auch als Facebook-ähnliche Plattformen in Organisationen Einzug halten, wie Begegnungsstätten. Wir kennen den Unterschied zwischen dem (auch unserem eigenen) Verhalten in einem Fußballstadion verglichen mit dem Verhalten in einer Kirche. Beide Begegnungsstätten sind durch spezifische Zwecke gekennzeichnet, an welchen sich das individuelle Verhalten (genauer: die Normen des – richtigen – Verhaltens) orientiert. Darüber hinaus aber sind diese beiden unterschiedlichen Begegnungsstätten auch durch physische Unterschiede gekennzeichnet. Im Stadion ist es laut; wenn man sich bemerkbar machen möchte, muss man ebenfalls laut sein. Das Gegenteil gilt für eine Kirche. Ähnlich lässt sich der Unterschied zwischen einer Geburtstagsparty und einer Beerdigungsfeier kennzeichnen. Sowohl die Verhaltensnormen als auch die physischen Gegebenheiten sind unterschiedlich.

Genauso verhält es sich auf Social Media Plattformen. Auch diese sind für bestimmte Zwecke eingerichtet. Das individuelle Verhalten richtet sich nach diesen Zwecken. Dies gilt nicht zuletzt auch für den Einsatz im professionellen Umfeld einer Organisation oder eines Unternehmens. Die Plattformen sind auch durch (auf den ersten Blick unscheinbare) Unterschiede in der Bedienung bzw. in der Erscheinungsweise auf dem Bildschirm gekennzeichnet, die sich auf das Verhalten von Individuen auswirken (ebenso wie es im Stadion und in der Kirche der Fall ist).

Um diese Spezifika aufzudröseln, gehe ich weit zurück in die Geschichte der computervermittelten Kommunikation (cvK), also zurück bis in die 1980er Jahre, um bereits zu jener Zeit durchgeführte Studien und Theorien aufzugreifen und sie auf die neuere Situationen der Plattformkommunikation anzuwenden. Zudem rekurriere ich auf Kommunikations-, Interaktions- und Organisationstheorien, um diese Phänomene auf einer angemessenen abstrakten Ebene zu verallgemeinern, so dass sich daraus lehrreiche Schlüsse (für Organisationsgestalter, für Software-Hersteller, für die Wissenschaft) ziehen lassen.

Letztlich gehe ich dabei der Frage nach, welchen Einfluss Social Media auf die formalen und informellen Strukturen einer Organisation haben (=Strukturation) – also etwa, ob formal geregelte Entscheidungswege durch deren Nutzung unterminiert werden (können), inwiefern Hierarchien und Positionen sich durch die Nutzung verschieben können, inwiefern Verhaltensnormen sich durch den Einsatz von Social Media wandeln usw.

Hauptmann, S. (1012): Social Media in Organisationen – Strukturation und computervermittelte Kommunikation. Wiesbaden: Gabler.

Auch als Ebook auf springerlink.com erhältlich


Jul
21
2009
1

Praxis, Mimikry, Identität, Selbstaktivierung – Elemente eines Design-Frameworks für Social Software

[I]n order to create social software, a designer has to address in one way or the other all issues of enabling practice,  mimicking  reality,  building  identity  and  actualizing  self.

Mitarbeiter an der Universität von Amsterdam haben sich bereits im Jahr 2007 den Erfordernissen von Design für Social Software in einer Weise gewidmet, die mir sehr gefällt. Mit dem thematischen Hintergrund der Autoren wurde ich während meiner Ausbildung in der Wissenschafts- und Technikforschung vertraut. Dieser Hintergrund lässt sich kurz und prägnant auf den Nenner Wissensarbeit als Alltagspraxis bringen, worüber ich auch schon einmal ein Paper verfasst habe.

Die Autoren stellen neben des Aspekten Nachahmung, Identitätsbildung und Selbstaktivierung die Praxis, in diesem Fall die Aktivitäten der User als Gruppe, in den Vordergrund und möchte daraus Folgerungen für das Design von Social Software ableiten. Vielleicht verfängt sich ja etwas bei jenen von euch, die sich mit Software-Design beschäftigen. Aber auch diejenigen, die Web 2.0 zu produktiven Zwecken (z.B. in einem Unternehmen) einführen möchten, sollten hier mal genau reinschauen:

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Mrz
10
2009
0

Endlich mal: eine repräsentative Studie (u.a.) zu Social Software in Unternehmen

Studien zur Nutzung von Social Software in Unternehmen und Organisationen gibt es ja nun einige, z.B. von der Bitkom oder von McKinsey für das Jahr 2008. Allerdings sind diese nie repräsentativ. Das heißt, die Auswahl der befragten Unternehmen (Stichprobe) wird nicht in dem Maße zufällig getroffen, wie es nötig wäre, um aus den Befragungsergebnissen Rückschlüsse auf die wirkliche Verteilung ziehen zu können.

einsatz_von_social_softwareFür das Bundesland Baden-Württemberg gibt es nun eine in Bezug auf Branchen und Unternehmensgröße repräsentative Studie, die u.a. das Thema Nutzung von Social Software in Unternehmen thematisiert hat. Sie wurde vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW) im Rahmen des Projekts FAZIT erstellt.  Repräsentativ heißt, dass man davon ausgehen kann, dass bei immerhin 1000 befragten Unternehmen dieser Studie die Verteilungen in etwa auch die wirkliche Verteilung (nach Unternehmensgröße und Branchenverteilung) im Bundesland Baden-Württemberg widerspiegelt.

In Bild 1 zeigt die Studie auf, dass die Verbreitung von Social Software in manchen Branchen (weiterlesen…)

Dez
23
2008
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Bitkom-Studie 2008: Der Trend zu Enterprise 2.0 ist gesetzt

Bitkom hat über 400 Unternehmen zum aktuellen und geplanten Einsatz von Web 2.0-Technologien befragt. Das Fazit: Der Trend zum Enterprise 2.0 ist gesetzt. Die Frage ist nicht mehr “Ob”, sondern “Wie”.

bitkom_enterprise_20Der Trend zum Enterprise 2.0 kann inzwischen als etabliert gelten, wie die aktuelle Studie des Bitkom 2008 “Enterprise 2.0: Analyse zu Stand und Perspektiven in der deutschen Wirtschaft” belegt. Demnach identifizierten sich 87% der Befragten “voll und ganz” bzw. “eher” mit der AussageWeb-2.0-Technologien werden in unserem Unternehmen an Bedeutung gewinnen“.

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Nov
20
2008
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Aktuelle Studie: Warum und wie Firmenwikis eingeführt werden

Aussagekräftige Studien zur Verbreitung und Nutzung von Collaboration Tools sind selten – Studien, die aufzeigen, wie diese Tools in der Praxis eingeführt und gemanaged werden, sind (leider noch) sehr selten.

Penny Edwards von der Open University Business School (UK) hat mit “Managing Wikis in Business” eine dieser seltenen Studien zu Firmenwikis (bzw. Enterprise Wiki, Corporate Wiki) vorgelegt. Ihre Ergebnisse dürften für Unternehmer wie Prozessberater von hohem Interesse sein. Auf der Grundlage von Experteninterviews und weltweit 102 mittels Fragebogen befragten Unternehmen (aus IT, Services, Medien, Transport, Finanzen) zeigt sie u.a.: (weiterlesen…)

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