Mrz
10
2009

Endlich mal: eine repräsentative Studie (u.a.) zu Social Software in Unternehmen

Studien zur Nutzung von Social Software in Unternehmen und Organisationen gibt es ja nun einige, z.B. von der Bitkom oder von McKinsey für das Jahr 2008. Allerdings sind diese nie repräsentativ. Das heißt, die Auswahl der befragten Unternehmen (Stichprobe) wird nicht in dem Maße zufällig getroffen, wie es nötig wäre, um aus den Befragungsergebnissen Rückschlüsse auf die wirkliche Verteilung ziehen zu können.

einsatz_von_social_softwareFür das Bundesland Baden-Württemberg gibt es nun eine in Bezug auf Branchen und Unternehmensgröße repräsentative Studie, die u.a. das Thema Nutzung von Social Software in Unternehmen thematisiert hat. Sie wurde vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW) im Rahmen des Projekts FAZIT erstellt.  Repräsentativ heißt, dass man davon ausgehen kann, dass bei immerhin 1000 befragten Unternehmen dieser Studie die Verteilungen in etwa auch die wirkliche Verteilung (nach Unternehmensgröße und Branchenverteilung) im Bundesland Baden-Württemberg widerspiegelt.

In Bild 1 zeigt die Studie auf, dass die Verbreitung von Social Software in manchen Branchen noch weit unter 10% liegt. An diese Marke kommt (erwartungsgemäß) am ehesten noch der IT- und Mediensektor mit 9.9% heran. Interessant an dieser Grafik ist, dass der Verkehrssektor momentan noch sehr zurück liegt, aber immerhin 9,2% der befragten Unternehmen daran denken, demnächst Web 2.0 einzuführen.

bekanntheit_von_social_softwareBild 2 zeigt, inwiefern Social Software überhaupt bekannt ist bzw. inwiefern sich der Bekanntheitsgrad zwischen den Jahren 2006 und 2008 geändert hat. Zitat: “Den stärksten Anstieg in ihrer Bekanntheit hat Social Software unter den technischen Dienstleistern erfahren. Ende 2008 kennen 67 Prozent dieser Unternehmen diese Art von Software, während es im Jahr 2006 erst 55 Prozent waren. Ebenfalls vergleichsweise stark angestiegen ist die Bekanntheit unter den Unternehmen des IT- und Mediensektors. Hier nahm der Bekanntheitsgrad in den vergangenen zwei Jahren um 10 Prozentpunkte von 76 auf 86 Prozent zu.”

einsatzbereiche_von_social_softwareIn Bild 3 werden mögliche Einsatzbereiche von Social Software thematisiert. 50,1% der befragten Unternehmen nutzen sie zum internen Wissensaustausch, 48,5% zur Kommunikation mit Geschäftspartnern, 39,9% zur Sicherung von vorhandenem Wissen und 38,8% zum Aufbau und zur Pflege von Kundenbeziehungen.  Weniger verbreitet ist die Nutzung zur Zusammenarbeit mit Partnern in Projekten (28,9%) [wobei ich finde, dass diese Frage mit der Frage nach den Kooperationspartnern sehr eng in Verbindung steht]. Effizientere Geschäftsprozesse gestalten (26,1%) [geht meiner Ansicht nach einher mit Frage 1: interner Wissensaustausch], Anregung zur Innovation (23,8%) und Öffentlichkeitsarbeit (19,5%) markieren das Schlusslicht bei den möglichen Einsatzbereichen.

Die Ergebnisse (speziell zu Bild 1) sehen nun nicht so toll aus. Immerhin wollen 85,8% der befragten Unternehmen in den nächsten beiden Jahren keine Social Software einsetzen. Es muss aber auch gesagt werden, dass wegen der Repräsentatvität bei Unternehmensgrößenklassen (1-4, 5-19, 20-249, ab 250 Mitarbeiter) die Kleinstunternehmen sehr stark vertreten sind. Als Lutz und ich an der TU Chemnitz eine ähnliche Studie durchgeführt haben, haben wir diese Kleinstunternehmen aus eben jenem Grund nicht berücksichtigt.

Die übrigen Fragen waren auch nicht uninteressant, stehen mit Social Software allerdings nur bedingt im Zusammenhang. Der Vollständigkeit halber möchte ich sie mal noch nennen:

  • Internetanwendungen in baden-württembergischen Unternehmen
  • Anbindung ans Internet
  • Intranet und Homepage
  • Nutzung von Voice over IP (VoIP)
  • Kooperationsbereiche
  • Kooperationsbereiche nach Branchen
  • Bedeutung der geographischen Nähe des Kooperationspartners
  • Ausgestaltung der Kooperationen
  • Kooperationshemmnisse
  • Möglichkeiten zur Verbesserung der Kooperationen in Baden-Württemberg
  • Formen der Auslandsaktivität
  • Auslandsaktivitäten nach Regionen
  • Rekrutierung Hochqualifizierter nach Region
  • Rekrutierungsstrategien
  • Formen der IT-Weiterbildung
  • Weiterbildung für Ältere
  • Produkt- und Prozessinnovationen
  • Entwicklung der Innovationstätigkeit

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